Bewertung von Schimmelschäden

Vorbemerkung:

Schimmelbildung an den Innenflächen der beheizten Raumhülle, vorzugsweise in Wohnräumen, ist keine Frage des Herstellungsjahres, in dem das Gebäude errichtet wurde, sondern eine Frage des IST-Zustands (Gebäude), sowie des Nutzer:innenverhaltens. Die Voraussetzungen, die die Bildung bzw. Vermehrung von Schimmelsporen begünstigen sind vielseitig. Eine der Hauptursachen ist die Missachtung des Mindestluftwechsel. Dabei ist es unerheblich, welche internen Gründe (z. B. Bauwerksfeuchte bei Neubauten, Kochen, Duschen, Hydrokulturen, etc.) für den Anstieg der Raumluftfeuchtigkeit verantwortlich sind. Wichtig ist zum einen, dass die baulichen Voraussetzungen (z. B. zentrale o. dezentrale Lüftungsanlagen, Fensterfalzlüfter, etc.), entsprechend der beabsichtigen Nutzung, gegeben sind. Zum anderen, dass die Nutzer:innen (Mieter:innen, Eigentümer:innen) ihr Heizungs- und Lüftungsverhalten der eigenen Feuchtigkeitsemission anpassen.

 

Darüber hinaus können sich auch Schäden an der Gebäudehülle (z. B. dauerelastische Fugen, Dachhaut, Fenster- u. Türanschlüsse, etc.) oder an Ver- und Entsorgungsleitungen für die Durchfeuchtung von Oberflächen verantwortlich zeigen.

Ein weiterer Aspekt kann der Ausfall einer Lüftungsanlage sein, ohne dass dieser von den Nutzer:innen bemerkt wird.

 

Durch unsere langjährigen Erfahrungen, im Bereich der Leitung und Führung technischer Abteilungen (Wohnungswirtschaft), können wir Sie bei der Evaluierung und Sanierung von Schimmelschäden professionell unterstützen.

 

Feuchtigkeitseinträgen (außen):

Durch die erste Inaugenscheinnahme der Infrage kommenden Gebäudeaußenflächen, lassen sich zumeist die wesentlichen Schäden (z. B. Setzungsriss an Fassade, Spechtloch im WDVS, defekte Bauteilfugen, etc.) zeitnah ermitteln. Infolgedessen erfolgt die Evaluierung des Feuchtigkeitsverlaufs, von der Eintragsstelle (z. B. Riss) bis zur im Innenbereich sichtbaren Durchfeuchtung/Schimmelbildung. Wir können anhand von Temperatur- und Feuchtigkeitsmessungen den Verlauf und den Grad der Durchfeuchtung bestimmen, um die Eintragstellen zu ermitteln.

 

Zur bedarfsbezogenen Inaugenscheinnahme bieten wir Ihnen auch die turnusmäßige Inspektion Ihres Gebäudes an, um ggf. präventiv tätig zu werden.

 

Nutzerverhalten:

Das Nutzerverhaltung ist in unserer bisherigen Berufspraxis die häufigste Ursache für die Durchfeuchtung und Schimmelbildung an Oberflächen. Besonders in der Heizperiode mehren sich die Meldungen von Schimmelbefall, zumeist in den Schlaf-, Sanitärräumen oder in der Küche. Hier ist die Entstehung von Schimmel fast ausschließlich an bauphysikalisch neuralgischen Stellen (Außenecken der beheizten Gebäudehülle, Rollladenkästen, Fensterbänke) ersichtlich, da diese Bereiche die besten Voraussetzungen (höchster Feuchtigkeitswert) für den Schimmel liefern.

  

Wärmebrücken:

Sogenannte Wärmebrücken können ebenfalls die Bildung von Schimmel begünstigen bzw. verursachen. Je nach Temperaturdifferenz (Delta T), zwischen Wärmebrücke und durchschnittlichem U-Wert, sind bereits geringe Feuchteanteile in der Raumluft ausreichend, um im Bereich der Wärmebrücke zu kondensieren. Hier wird i.d.R. nur eine bauliche Ertüchtigung der Wärmebrücke langfristige Abhilfe schaffen.

 

Wir ergründen gern das für Sie passende Konzepte zur Ertüchtigung vorhandener Wärmebrücken.

 

Luftströmungen (Konvektion):

Um Feuchtigkeitseinträge in Oberflächen abzuführen, ist eine Anströmung mit ungesättigter (trocken) Raumluft notwendig. Um diesen Vorgang zu ermöglichen, darf der Bereich der Nachströmung nicht blockiert werden. Beispiel: Im Schlafzimmer (Innenfläche einer Gebäudeaußenwand) ist ein Kleiderschrank positioniert. Da der Kleiderschrank bodenbündig steht, kann auf der Schrankrückseite keine Konvektion stattfinden. Dies führt zunächst einmal dazu, dass die über die Heizung erwärmte Raumluft nicht mehr die Schrankrückseite erreichen kann. Infolgedessen kühlt auch dieser abgeschottet Bereich weiter ab und der Sättigungs- bzw. Kondensatbereich der Raumluft wird schneller erreicht. Die zweite Problematik besteht darin, dass die kondensierte Feuchtigkeit nicht mehr von der Raumluft aufgenommen und somit abgeführt werde kann. Beide Vorgänge verschlechtern die Situation zunehmend.

 

Dies ist nur ein Beispiel, welches aufzeigen sollte, wie wichtig das Thema Konvektion im Zusammenhang mit Schimmelbildung steht. Wir beraten Sie und Ihre MieterInnen gern, hinsichtlich der Vermeidung von Konvektionsbarrieren.

 

Wasserschäden:

Um Schimmelbildung zu vermeiden, kommt es auf die richtige Konzeptionierung der Trocknungsmaßnahmen an. Erfolgen diese zudem nicht zeitnah, nach Beseitigung der Ursache, ist ein umfangreicher Schimmelbefall vorprogrammiert. In der Praxis zeigen sich des Öfteren Durchfeuchtungen im Bereich der Trittschalldämmung (Estrich), die nicht erkannt oder nur mittels Raumlufttrocknung (keine Vakuumverfahren) „beseitigt“ wurden. In diesen Fällen kann die Feuchtigkeit nur langsam, über das angrenzende Mauerwerk (o. Trockenbau), zur Raumluft hin, ausdiffundieren. Großflächige und teilweise verdeckte (Fußleisten) Schimmelbildungen sind die Folge.

 

Sollten Sie Beratung benötigen, im Hinblick auf die zu Ihrem Schadensfall passende Trocknungsmaßnahme, oder benötigen Sie eine zusätzliche Freimessung, nach Beendigung der Trocknungsmaßnahmen, wir unterstützen Sie gern.

 

Hinweis: Als Sofortmaßnahme können wir Ihnen Raumluft- bzw. Bautrockner auf Mietbasis zur Verfügung stellen. Umfangreichere Trocknungsmaßnahmen (z. B. Vakuumverfahren) müssen bauseits erfolgen.

 

Abklatschproben:

Sollten es erforderlich sein die Schimmelsporen genau zu bestimmen bzw. den Befall von Schimmel nachzuweisen, sind sogenannte Abklatschproben zu entnehmen. Nach Entnahme übermitteln wir die Proben einem zertifizierten Labor, zur Bestimmung der Belastungsgröße, Art und des Gefährdungspotenzials.

 

Behandlungs-/Sanierungskonzepten:

Abhängig von der Intensität des Befalls erarbeiten wir, gemeinsam mit Ihnen oder des von Ihnen beauftragten Malerfachbetriebs, ein passendes Konzept zur nachhaltigen Beseitigung des Schimmelbefalls. Das jeweilige Konzept wird, wenn möglich, entsprechend der Wohnsituation angepasst.

 

Heiz- u. Lüftungskonzepten:

Wir erstellen für Ihre Mieter:innen gern ein bedarfsbezogenes Heiz- und Lüftungskonzept. Durch die Verwendung von Datenloggern können wir das Verhältnis von Raumlufttemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit über einen langen Zeitraum monitoren. Nach Auswertung dieser Daten wird anschaulich dargestellt, ob ausreichend geheizt und gelüftet wurde. Sollte dies nicht der Fall sein, erarbeiten wir gemeinsam mit Ihren Mieter:innen ein individuelles und realisierbares Heiz- und Lüftungskonzept.

 

Aufstellung von Luftentfeuchtern:

Wir können Ihnen als Sofortmaßnahme Raumluft- bzw. Bautrockner, auf Mietbasis, zur Verfügung stellen, die eine Verminderung des Befalls, durch Reduzierung der Raumluftfeuchtigkeit, erwirken. Unsere Trocknungsgeräte sind in der Lage maximal 52 Liter pro Tag, bei einer ausgestoßenen Luftmenge von 450 m³/h, zu entfeuchten. Die Trocknungsleistung ist dabei abhängig von der geometrischen Beschaffenheit des Raums. Zudem sind unsere Geräte mit einer Verbrauchserfassung ausgestattet. Gern erstellen wir Ihnen entsprechende Gutschriften als Vorlage.

 

Haben wir die von Ihnen gewünschte Dienstleistung nicht gelistet? Sprechen Sie uns!

Wir ermitteln auch in diesem Fall gern passende Angebote.